"Gunther" beginnt im Jahr 977 in Thüringen und endet 1040 in Rinchnach. Die fünf Akte des Stückes erzählen von fünf verschiedenen Lebensstationen der Hauptperson. Deshalb wird die Rolle des Gunthers von drei Spielern dargestellt.
Die ersten drei Akte handeln von Gunther als Grafen in Thüringen, der mit fünfzig Jahren bereit war, nochmals von vorn anzufangen; der eine absolute und für sich unbequeme Entscheidung traf, sicherlich dabei einige Zeitgenossen vor den Kopf stieß und die zweite Hälfte seines Lebens der ersten völlig entgegengesetzt lebte.
Akt 4 und 5 handeln von Gunthers weiterem wechselvollen Leben als Mönch. Noch immer eingebunden in die Politik seiner Zeit wurde er mit den Gefahren des Urwaldes, den Problemen der Mitbrüder und ersten Siedlerinnen und Siedler von Rinchnach konfrontiert.
Dabei kann das Stück nicht mehr, aber auch nicht weniger als eine Annäherung an Gunther und seine Zeit aus heutiger Sicht sein. Eine Zeit, die als dunkel und geheimnisvoll beschrieben wird und in der politische, religiöse und kulturelle Entscheidungen getroffen wurden, die auch heute noch unser Leben und Denken prägen.
Nicht zuletzt handelt "Gunther" - wie alles Theater - von Gefühlen und Gedanken, ein Band, das uns mit den Menschen des vergangenen Jahrtausends noch immer verbindet.
Es könnte also damals so gewesen sein, aber auch ganz anders: "Gunther" ist ein historisches Stück, aber auch ein Stück für das Theater; diese Freiheit wollen wir uns nehmen.
Alle Mitwirkenden wünschen Ihnen einen schönen Theaterabend!